Onlinetexte richtig planen in vier einfachen Schritten

Die gute Nachricht zuerst: Gutes Texte schreiben ist ein Handwerk, das du erlernen kannst. Die etwas schlechtere Nachricht ist: Das geht nicht ohne Übung. Hier verrate ich dir, was du beachten musst, um Onlinetexte richtig zu planen. So klappt es auch mit den schnittigen Onlinetexten!

Der Prozess besteht aus vier Phasen:

  • Planungsphase
  • SEO-Analysephase
  • Schreibphase
  • Korrekturphase

In diesem Artikel schauen wir uns an, die wir Onlinetexte richtig planen. Spoiler: In dieser Phase entscheidet sich oft schon, wie gut der Text später wird!

Onlinetexte richtig planen – so klappt’s

In der Planungsphase werden Ziel, Inhalt und Stil des Textes festgelegt. Sie wird oft übersprungen oder vernachlässigt, dabei legst du hier den Grundstein für eine gute Textstrategie und ansprechende Texte.

Im allerersten Schritt brauchst du für die Planung ein Briefing vom Auftraggeber (sofern du nicht für dich selbst schreibst). Darin steht im Optimalfall schon ganz genau, was er sich vorstellt, wer seine Zielgruppe ist und wie er diese ansprechen will sowie einige Rahmendaten wie Textlänge, Layout und Fakten oder Links, die untergebracht werden sollen.

Wenn es kein Briefing gibt, ist das zwar ärgerlich und bedeutet Mehrarbeit, aber kein Beinbruch. Dein Notfallplan: Plane die Texte wie hier beschrieben durch, aber halte vor dem eigentlichen Schreiben Rücksprache mit deinem Auftraggeber, ob das seinen Vorstellungen entspricht. Lass dir deine Vorarbeit bestätigen, bevor du in die Tasten haust. Wenn du für dich selbst schreibst, solltest du trotzdem sorgfältig planen. Meistens treten Schwierigkeiten und Unzufriedenheit mit den Texten auf, wenn man einfach so planlos drauflos schreibt. Das nachträglich erst zu korrigieren, ist mühsam.

Folgende Fragen solltest du in der Planungsphase beantworten können:

1. Wer ist meine Zielgruppe? 

Definiere die Zielgruppe möglichst genau, am besten in Form von so genannten Persona: Stelle dir eine konkrete Person vor, die voll in die Zielgruppe fällt, inklusive Aussehen, Name, Alter, Interessen und Wertevorstellungen. Je genauer deine Vorstellung deiner Zielgruppe nämlich ist, desto besser kannst du sie später ansprechen. Am besten formulierst du sie komplett aus, dann hast du sie jederzeit vor Augen.

2. Was ist das Ziel des Textes?

Nicht nur die Zielgruppe ist wichtig, sondern auch die Frage, was du bei der Zielgruppe erreichen möchtest. Soll der Text informieren, soll er werbend sein und Interesse wecken, soll er unterhaltsam sein oder willst du beraten? Natürlich können Texte auch unterhaltsam sein und gleichzeitig informieren oder beraten. Unterhaltsam zu schreiben ist immer das Ziel. Wichtig ist an dieser Stelle jedoch die Frage, wo der Schwerpunkt des Textes liegt (das kann auch mehr als einer sein!). Wenn du dir über die Zielsetzung des Textes im Klaren bist und du die Richtung kennst, fällt das Schreiben leichter. 

3. Welcher Stil passt?

Die Frage nach der Tonalität und dem Stil des Textes hängt maßgeblich von der Zielgruppe ab. Eine eher ältere, konservative Zielgruppe sprichst du mit anderen Formulierungen und anderem Vokabular an als hippe, junge Kids. Rechtsanwälte sprechen anders als junge Unternehmer, die gerade ein IT-StartUp gegründet haben. Die Frage ist also: Wie spricht deine Zielgruppe? In deinen Texten sollte dann der entsprechende Stil vorherrschen und auch konsequent beibehalten werden.

4. Welche Textform ist gefragt?

Die Textform hat einen Einfluss auf den Stil und hängt vor allem davon ab, wo der Text veröffentlicht werden soll. Informative und sachliche Fachartikel folgen anderen Regeln als locker-unterhaltsame Blogbeiträge, Pressemitteilungen sind neutral und unterscheiden sich von werbenden Produkttexten oder Leistungsbeschreibungen in Onlineshops. Mache dir bewusst, welche Textform du für deinen Zweck brauchst und bleibe dem entsprechenden Stil treu. Bewusste Brüche sind hin und wieder erlaubt, aber nur mit Bedacht!

Klar ist: Guter Content ist kein Zufall. Aber er ist auch kein Hexenwerk. Wenn du diese vier Schritte befolgst, bist du dem guten Onlinetext schon ein großes Stück näher. Im nächsten Artikel nähern wir uns dem Angstfeind vieler Texter, der SEO-Analyse, und zeigen, dass man daraus keine Raketenwissenschaft machen muss.

Warum guter Content kein Zufall ist

Ob eigene Webseite, Facebook-Beiträge, Produkt- oder Kategorietexte für Onlineshops oder Blogbeiträge: Die grundlegenden Regeln für Content im Web sind im Grunde immer die gleichen. Aber wieso überhaupt Regeln? Warum nicht einfach schreiben wie einem die Klaue gewachsen ist? Geht es nicht darum, auch im Netz authentisch zu sein? Die Antwort ist: Ja, aber.

Wie wir online lesen

Wahrscheinlich ist dir auch schon mal aufgefallen, dass deine Aufmerksamkeitsspanne beim Lesen auf dem Smartphone wesentlich geringer ist als wenn du dich an einem Buch festgeschmökert hast. Tatsächlich ist es erwiesen, dass wir im Netz anders lesen, als wir das von Büchern oder Zeitungen gewohnt sind. Das hat natürlich Konsequenzen für alle, die Texte schreiben: Guter Content für Webseiten funktioniert nach etwas anderen Regeln.

Wer eine Webseite entwirft, sollte wissen, wo das menschliche Auge zuerst nach Informationen sucht. In westlichen Kulturen ist das Auge an ein Layout gewöhnt, das sich von links nach rechts und von oben nach unten orientiert. Das bedeutet, dass Besucher einer Seite zunächst nach links und nach oben schauen.

Besonders wichtige Informationen sollten also eher links und eher oben stehen. Dort fallen sie am besten ins Auge.

Schnelle Informationsvermittlung ist Trumpf

Wer auf eine Seite kommt, entscheidet innerhalb von 30 Sekunden, ob er dort die gesuchten Informationen findet oder sonst einen guten Grund hat, zu bleiben. Dieses Zeitfenster verschwendest du, wenn die User erst mal nach relevantem Content suchen müssen. Der Text und ansprechende Bilder müssen auf den ersten Blick erkennbar sein. Das ist die Grundlage für guten Content.

Das Gleiche gilt für die Information, was es auf der Seite überhaupt zu sehen gibt. Ist nicht sofort erkennbar, worum es auf der Seite geht, gehen die User wieder, ohne deinen Text überhaupt gelesen zu haben. Guter Content holt die Leser sofort ab.

Für den Text gilt also: Überschrift und die ersten Sätze müssen sofort auf den Punkt kommen und/oder neugierig machen, damit der User bleibt und weiterliest.

Wenn er dann erst mal liest, heißt das noch lange nicht, dass er auch bei der Stange bleibt. Wie eingangs erwähnt, ist die Aufmerksamkeitsspanne im Web eingeschränkt. Wer sich erst durch meterlange Romane kämpfen muss, um an die gewünschte Information zu kommen, wird sehr wahrscheinlich die Lektüre abbrechen.

Guter Content ist nicht zu kurz und nicht zu lang

Neben einem interessanten Einstieg ist deswegen auch die Textlänge entscheidend. Es kommt ein bisschen auf die Textform an – werbende Produkttexte können kürzer sein und auch mal nur zwischen 100 und 150 Wörter haben, informative und beratende Texte oder Fachartikel können auch mal bis zu 1000 oder sogar mehr Wörter im Gepäck haben, wenn sie gut strukturiert sind. Zu viel Text kann Leser schnell langweilen. Sorge für guten Content, indem du unterhaltsam schreibst!

Für die meisten beschreibenden Texte auf Webseiten sind 300 Wörter als Faustregel ausreichend. Blogartikel sind mit 400 – 500 Wörtern gut ausgestattet. Zu wenig Text kann sich negativ auf die Suchmaschinenergebnisse auswirken.

Struktur für die Suchmaschine und die Leser

Du hilfst deinen Lesern außerdem, dabeizubleiben, wenn du deinen Content gut strukturierst. Das heißt: Textabschnitte nicht zu lang, längere Texte mit Zwischenüberschriften logisch strukturieren. Sonst wird das Gesamtbild zur Textwand und schreckt ab. Ab und zu ist auch eine Fettung ok, aber bitte nicht übertreiben!

Ein Wort noch zu den Schriftarten: Schön geschwungene Schriften oder ausgefallene Fonts mögen dem Auge schmeicheln. Für die Lesbarkeit sind sie allerdings Gift. Deswegen bitte nur sparsam verwenden. Am besten lesbar und am wenigsten ermüdend für die Augen sind serifenlose, klare Schriften.

Mit diesen Grundlagen im Hinterkopf bist du gut gewappnet, um guten Content zu planen und umzusetzen.